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Zweite historische und sehr wenig dokumentierte Vermessung

Autorenbild: Gernot Böttinger
Gernot Böttinger
vor 5 Stunden
2 Min. Lesezeit

E. Mack 1924

Auch von dieser zweiten Vermessung der Charlottenhöhle sind leider nur sehr wenige Daten bekannt, die alle aus diesem historischen Wanderbüchlein stammen:

“Führer durch Brenztal und Charlottenhöhle“


Zur frohen Wanderschaft zusammengestellt von

Dr. Honold, E. Gäckle und R. Jehle

Heidenheim 1924

 

Es enthält in Bezug auf die Charlottenhöhle einen relativ einfachen Höhlengrundrissplan im Maßstab 1 : 1000, sowie einen Längenschnitt der Höhle mit den Maßstäben 1 : 1000 für die Längen und 1 : 500 für die Höhen. Durch diese grafische Überhöhung werden die Höhenverhältnisse deutlicher hervorgehoben.

 

Auf diesem Planteil steht auch rechts unten in winziger Schrift der einzige Hinweis auf den damaligen Verfasser:

Aufg. E. Mack, Stuttgart 1924

Die Autoren wissen aus einer weiteren Literaturquelle, dass E. Mack damals in Stuttgart als Oberlandmesser gearbeitet hat und die Charlottenhöhle aus gegebenem Anlass einige Zeit vor der Veröffentlichung dieses kleinen Wanderführers besucht und aufgenommen hat.

               

Wie diese Messung instrumentell erfolgt ist, lässt sich aus den sehr spärlich vorhandenen Informationen nicht erkennen. Es ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auch hier ein Theodolit und Messstangen oder auch eventuell auch ein Messband zum Einsatz gekommen sind. Diese Geräte waren zu der Zeit um 1920 in der Vermessungstechnik ausnahmslos Standard und meist gebräuchlich.  


Weitere Details sind leider nicht bekannt, allerdings lässt die Art der grafischen Darstellung darauf schließen, dass die Höhle sowohl im Grundriss, aber auch in der Höhe relativ detailliert vermessen worden ist. Besonders bemerkenswert ist die formenreiche Ausführung des Höhlenverlaufs im weiter oben dargestellten Grundriss sowie im direkt voranstehenden Längenschnitt der Höhle, die nur durch eine relativ dichte Punktfolge bei der Aufnahme und eine manuelle grafische Ausarbeitung erreicht werden konnte.


Der ausführende Geometer, E. Mack, war aber zweifellos auch ein grafisch sehr erfahrener Zeichner und Fachmann, der mit den aufgenommenen Maßen die Wegeränder im Inneren der Höhle geschickt konstruiert und mit viel Gefühl ausgerundet hat.

 

Die hier verwendete zusätzliche Aufrissdarstellung im           Längenschnitt der Höhle zeigt auch die Höhlendecke und die Erdoberfläche im vorangehenden Bild. Sie vermittelt somit einen guten Eindruck über die unterschiedlichen Gang- und Hallenhöhen sowie die Überdeckung des Höhlenganges zum darüber liegenden Gelände im Wald.

 

Die Unterschiedlichkeit der verwendeten Maßstäbe im Grundriss (1 : 1000) und in der Höhe (1 : 500) verursacht eine grafische Überhöhung und lässt damit aber auch die Höhenverhältnisse verstärkt und deutlicher hervortreten.

 

Die Art der grafischen Darstellung des Hohen Kamins lässt vermuten, dass zwar das obere Ende des Hohen Kamins erreicht wurde, ob aber der sich daran anschließende Quergang bereits auch erkannt wurde, ist unbekannt. Es wurden darüber keinerlei Hinweise gefunden, auch sind schriftlich oder grafisch keine diesbezüglichen Andeutungen vorhanden.       

 

Unter vergrößerter Betrachtung werden noch manche Einzelheiten und Beschreibungen zum Höhlenweg besser sichtbar. Der Höhlenforscher und Vermessungsfachmann E. Mack hat es bereits 1924 fertig gebracht, mit relativ einfachen grafischen Mitteln ein nahezu vollständiges, beinahe plastisch wirkendes Abbild der Charlottenhöhle zu erstellen. 

 
 
 

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