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Vierte historische und vollständig dokumentierte Vermessung

Autorenbild: Gernot Böttinger
Gernot Böttinger
vor 5 Stunden
2 Min. Lesezeit

Köpf, Ende, Joos, Schubert 1967/68

Diese Vermessung war die erste wirklich als vollständig zu betrachtende Aufnahme der Höhle. Sie enthielt eine Lageskizze, den Grundriss, den Längenschnitt mit Horizont, Höhle und Geländeoberfläche und mehrere typische Querschnitte. Grundriss und Längenschnitt haben den gleichen Maßstab, die Querschnitte sind 10 fach überhöht.

 

Es fällt auf, dass im Grundriss der Quergang am oberen Ende des Hohen Kamins parallel zum eigentlichen Höhlengang in Richtung OSO verläuft. Der Quergang wurde offensichtlich erstmalig vollständig begangen und erfasst, allerdings ist seine Ausrichtung lagemäßig nicht richtig. Dies erkannte der nach wie vor in guter Gesundheit lebende ehemalige Höhlenforscher, Vermessungsfachmann und Ersteller des obigen Plans, Ulrich Köpf, beim Vergleich seines eigenen Plans mit dem der Autoren.

 

Der Kontakt zu Ulrich Köpf war auf Vermittlung von Herbert Jantschke zustande gekommen. Dies war ein glücklicher Umstand, denn so konnten noch manche Informationen zu der damaligen Messung von 1967 / 68 in Erfahrung gebracht werden. Ulrich Köpf selber besaß zwar darüber keinerlei Unterlagen mehr, da die alle, nach seiner Aussage, bei verschiedenen Umzügen im Laufe der Zeit verloren gegangen waren. Doch er erinnerte sich nach wie vor gut an diese vergangene Zeit und an die damaligen Beteiligten. So waren beispielsweise die Herren Ende und Schubert damals bei ihm als Auszubildende im Vermessungswesen und einige Jahre später dann Studenten an der Universität Stuttgart, wo sie zeitweise von Wolf-Ulrich Böttinger betreut wurden. 


 

Auch an seine damalige, eigene Vermessung konnte sich Ulrich Köpf noch lebhaft erinnern. Er musste aus Gründen des regen Besucher-zugangs nachts seine Messungen durchführen und benutzte dazu einen Theodolit Wild T1 sowie ein Stahlmessband. Von einem am Höhleneingang zuvor bestimmten trigonometrischen Punkt aus, mit Richtungsanschlüssen ins Tal der Hürbe und zum Kirchturm von Hürben, legte er einen einseitig lage-, höhen- und richtungsmäßig angeschlossenen Polygonzug durch die Höhle bis zu deren Ende. Er konnte sich auch noch gut daran erinnern, dass er dazu auf Grund der Örtlichkeit in der Höhle weit mehr als 50 Polygonpunkte mit sehr unter-schiedlichen Zielweiten benötigte. In einem zweiten Durchgang führte Herr Köpf dann noch zusätzliche Messungen durch, um die Ränder und Höhen von Höhlengang, Hallen und sonstigen Räumen zu erfassen. Somit entstanden ein räumlicher Längenschnitt und mehrere charakteristische Querschnitte, die auch die Höhensituation in der Höhle anschaulich beschrieben.

 

Zusätzlich nahm Ulrich Köpf auch noch das Gelände oberhalb der Höhle lage- und höhenmäßig so weit auf, dass er die Erdoberfläche grob darstellen und auch die Überdeckung grafisch angeben konnte.                                                                                          

Eine Kopie dieses Planes, aufgezogen auf einer Aluminiumplatte, hängt seit vielen Jahren außen am überdachten Warteplatz für Besucher neben dem Höhlenführerhäuschen und vermittelt interessierten Besuchern einen erstaunlich vielfältigen Eindruck von mancherlei Details der Charlottenhöhle. Leider hat dieser Plan im Laufe der Zeit sehr unter Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen gelitten. Auch wirkt er wegen seiner geringen Größe eher als unscheinbar und nebensächlich, was aber seiner Bedeutung als wichtigem Zeitdokument absolut nicht gerecht wird.

 
 
 

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