Fünfte historische und vollständig dokumentierte Vermessung
Frank, Jantschke et al.1991
Richard Frank, Herbert Jantschke und andere Mitglieder der Höhlen - Interessengemeinschaft Ostalb (INGO) führten dann 1991 eine weitere Vermessung durch, in welcher gemäß der resultierenden, nachstehenden Grafik auch die gesamte Umgebung der Höhle topografisch erfasst wurde. Als Gesamteindruck vermitteln zunächst die Höhenlinien von W nach O den recht flachen Bereich der Albhochfläche über der Höhle, den Steilabfall hinunter ins Hürbetal mit den Felsabbrüchen östlich des Randweges, den ebenen Talgrund entlang des Baches Hürbe sowie den mäßig steilen Anstieg hoch auf den Kagberg. Von geologischem aber auch speläologischem Interesse sind vor allem die linienförmig aufgereihten Dolinen und Erdfälle südlich der Höhle, die gelegentlich zu Spekulationen hinsichtlich einer weiteren Höhle im Prinzip parallel zur Charlottenhöhle Anlass geben.

Höchst beeindruckend für beide Autoren war die Vielfalt der aufgenommen Einzelheiten und deren präzise Darstellung in den Grundriss-plänen. Hier wurde mit viel Sachverstand und großer Liebe zum Detail eine ganz außergewöhnliche klare und verständliche Form der grafischen Präsentation gewählt. Auch der Quergang oberhalb des Hohen Kamins wurde vollständig erfasst und lagerichtig dargestellt.

Der nachfolgende Längsschnitt zeigt die Lage der Höhle in WO Ausrichtung mit dem etwa 50 m tiefen Einschnitt des Hürbetales und dem Anstieg in Richtung Kagberg. Die Höhle selber hat bei ihrer Länge von 532 m ein Gefälle von weniger als 10 m, sie verläuft also nahezu horizontal und der Höhleneingang liegt 30 m über dem Grund des Hürbetals.
Die Lage des Hundsloches, des ersten bekannten Zugangs zur Charlottenhöhle, ist hier am steilen Abhang ins Hürbetals erkennbar. Ebenso ist der Hohe Kamin, hier allerdings im Längsschnitt und nicht in seiner geometrisch richtigen Lage, angedeutet.
Der INGO stand mit Elta 2 und REC500 eine für damalige Zwecke sehr moderne Messausrüstung zur Verfügung. Beide Geräte standen über das Onlineinterface IF2 direkt miteinander in Verbindung. Das auf der Folgeseite abgebildete nato-oliv-grüne Elta 2 M ist die militärische Variante des zivilen grauen Elta 2 und weitgehend baugleich zu diesem. Das voll feldtaugliche REC500 diente als komfortables Bedien-, Rechen- und Speichermodul für dieses Messsystem.

Die einzelnen Teilpläne wurden später von den Autoren zu einem gesonderten Plan zusammen gesetzt und zeigen den Durchgang durch die gesamte Höhle im Grundriss. Eine ähnliche Darstellung ist auch für den Aufriss vorhanden. In ihr werden die einzelnen Abschnitte der Höhle in Form von aufeinanderfolgenden Längsschnitten zusammengesetzt, die Grundriss- und Höhenverhältnisse sind maßstabsgleich, wodurch besonders die Höhensituation gut zu beurteilen ist.
Die in diesen beiden Plänen gewählten Darstellungsformen sind außerordentlich präzise und aussagekräftig, sie beschreiben die Höhle in all ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen entsprechend dem Stand der Technik zu dieser Zeit in ganz hervorragender Art und Weise.

Auf Grund ihrer physikalischen Größe, Länge und Breite, können diese beiden Pläne hier in diesen Bericht leider nicht aufgenommen werden, da ihr Detailreichtum in Folge der notwendigen Verkleinerung verschwinden würde. Sie sind deshalb nur als Einzelpläne vorhanden.


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